Tarot - Aktuell

erstellt: 06.07.2007

Foto Lubberger




Tarot - Vom Mythos und der Gegenwart

Will man vielen publizierenden Tarot - Experten Glauben schenken, beinhaltet der Tarot das geheime Wissen der Ägypter, Inder, oder anderer Hochkulturen des Altertums. Angabegemäß soll das gesamte Geheimwissen der Ägypter im Tarot und seiner Symbolik versteckt sein aus Angst davor, dass es fremden Eroberern einmal zur Erhellung diene. Andere ÜBER-zeugen uns, der Ursprung sei im versunkenen Atlantis und/oder auch von außerhalb unserer Galaxis existierenden Gottheiten erschaffen sein, die uns durch den Tarot die Weisheit des Kosmos für unser Seelenheil hinterließen. Das Sendungsbewusstsein jener Kräfte ist mit manch’ erschreckend messianischer Erleuchtung befleckt, die uns glauben machen will, nur von dorten die Heilsendung zu erfahren.
Vor diesem Hintergrund erschlägt ein Rundgang durch die kommerzielle Esoterik so manche suchende Seele, mit einem breit gestreuten Angebot durchdringender Erkenntnisoptionen. Die Selbst-erkenntnis im Tarot zu suchen, erscheint in entsprechend aufbereiteter Literatur, gleich der Frage nach dem Sinn des Lebens schlechthin. Wo kommen wir her? Aus dem Chaos? Aus dem Nichts?

Der Narr - Die NullDas zum Beispiel symbolisiert uns Der Narr die Null, aus der nun auch die Zahl entstand. Der Anfang, das Wort, welches das Licht gebar. Wo gehen wir hin? Dahin wo sich der Mikrokosmos des Einzelnen mit dem Makrokosmos des gesamten Universums trifft?

Die FrauZurück also in die Unendlichkeit des Seins, in einer Welt der wiedervereinten Gegensätze? Oder in der Utopie der Harmonie zwischen Universum und den Menschen.

Alternativtext folgtAlternativtext4 folgtEin Mystizismus jagt den anderen, offenbart Geheimnis um Geheimnis, bis sich letztlich die Er-kenntnis hinter dem Schleier der Vernebelung langsam lichtet, und der Tarot nur denen Antwort geben wird, die zuvor schon den Heiligen Gral oder den Stein der Weisen gefunden haben. Als wäre in den letzten 2.500 Jahren nichts mit Blick auf die großen Fragen nach unseren Ursprüngen geschehen?!!

Folgt man dem buddhistischen Ansatz, ist der Weg das Ziel zur eigenen Selbstfindung mit der Auflösung im Nirwana des ALL-EINS. Ein Großteil jenes Kulturkreises nimmt das Individuum nur in seiner Wirkung für das Kollektiv wahr, entsprechend minimiert betrachtet sich jeder Einzelne. Die menschenverachtende, chinesische Kulturrevolution mündete in eine frühkapitalistische Ausbeuterei von über 300 Millionen Wanderarbeitern, deren Auswirkungen noch Generationen nach uns in Alpträume versetzten werden. Sollten dieser Sendungsauftrag erfüllt werden, täte ein jeder von uns gut daran, seine neue Reinkarnationsbasis bereits heute schon gebucht zu haben. Ein Zuwarten auf den jüngsten Tag hätte fatale Auswirkungen.

Alternativ5 folgtIm Christlichen Glauben führt der Weg nur in die himmlischen Höhen, wenn die Welt überwunden wird. Der uns dies verkündete, war aber angabegemäß nicht von dieser Welt.

Alternativ6 folgtDas Judentum wartet heute immer noch auf den Messias, betrachtet sich allerdings seit seiner Existenz, als das Auserwählte Volk…und lebte seinen messianischen Auftrag somit schon immer im Kollektiv. Ob bewusst oder unbewusst, ist von sekundärer Bedeutung. Wer sich allerdings als Individuum gegen diese kollektive Auserwähltheit erhebt, weiß heute, wo er enden kann. Wohl wissentlich trägt seit her ein jeder selbst sein eigenes Kreuz.

Im Islam geschieht Allahs Wille unabhängig aller Gesetzmäßigkeiten von Ursache und Wirkung, Logos und Naturgegebenheit, wie vor einiger Zeit wieder einmal im Spiegel zu lesen war. Mit anderen Worten, diesem Kulturkreis fehlen einfach 600 Jahre Bewusstsein. Nach unserer Zeitrechnung befindet sich der Islam im 15. Jahrhundert. Während das Christentum im 16.Jh. durch die Reformation und den 30-jährigen Krieg die Religionsfrage geklärt hat, sind polare Strukturen allem Anschein nach, noch in Allah’s Hand. Die Tendenz scheint eher auf die Erfüllung akausaler Synchronizitäten mit Blick auf die Wiederbelebung der Kreuzzüge ausgerichtet zu sein. Die Selbstmordattentäter des Tschihad, eine makabre Fortsetzung des mittelalterlichen Glaubenwahns?

Alternativ7 folgtBin Laden, der Gottfried von Boullion des Islam?
Jeder Kreuzritter erfuhr als Lohn die Absolution für alle Sünden und die Gewissheit um den Einzug ins Paradies.

Alternativ8 folgtAlternativ8 folgtHeutzutage fliegt man in beglückender Erwartung von 70 Jungfrauen in die Twin-Towers. Allah ak bar!!!

Alternativ9 folgtEin sich derzeit bei uns ausbreitender Neoatheismus, der jede Art religiösen Unterfangens, als die wahre Geisel der Menschheit verketzert, verängstigt viele, als das neue Erscheinungsbild des „Leibhaftigen“ an sich. Eine Art atheistischer Rationalismus, als Antwort auf die Auswüchse des 11. Septembers 2001 scheint über uns gekommen, wie einst die Feuer über Sodom und Gomorra.

Alternativ10 folgtWiederum andere, wenn auch in der Minderheit, glauben sich bereits erleuchtet und fühlen sich daher von den Geschehnissen in der Welt nicht mehr tangiert.

Alternativ11 folgtEs gibt auch eine Spezies, nämlich gut 80 % der amerikanischen Bevölkerung, deren Glaube vom Anfang aller Schöpfung gerade ein Mal bis ca. 4000 v. Chr. zurückreicht. Also etwa um die Zeit der Anfänge sumerischer Zivilisation. Wohin uns dieser postmessianische Missionierungsauftrag noch führen wird, mag nicht erst nach dem Auszug der Amerikaner aus dem Irak zu erahnen sein. Bei aller Vernunft jedoch letztlich ein blanker Hohn, sind gerade dort die Wurzeln unserer Zivilisation zu finden. Herr, vergib’ dem Land der „Freien“, denn sie werden noch lange nicht wissen, was sie tun!!!

Vor dem Hintergrund einer menschlichen Evolutionsgeschichte, deren erste Maxime auf Überleben ausgerichtet war, kommt Jost Kast in seinem Buch Revolution im Kopf zu dem Schluss, dass es über Jahrmillionen der Menschheitsgeschichte nicht darauf an kam, das Wesen der Welt zu ergründen, sondern es nur zu erkennen. “…philosophische Brillanz, sagt er, „… ist kein Gütekriterium der Evolution. Untermauert werden seine Aussagen durch die Hirnforschung, denn diese stellt so eben fest, dass auch die Hirne in den Köpfen der heutigen Menschheit so strukturiert sind. Das Gehirn interessiert sich nicht für „etwas an sich“, sondern nur für Modelle der Welt, Hypothesen und Ideen, die ein Überleben sichern. Das Streben nach persönlichem Glück und der materielle Erfolg des Handelns passen in dieses Schema. Der Kant’sche Imperativ und alle Arten philosophischer Ergüsse mögen so sein wie sie sind. Sie liegen allerdings nicht mehr im Radius der Evolution. Dies gilt ebenso für alle ideologischen Facetten der menschlichen Denkart. Der irdische Reichtum der katholischen Kirche, hat sich auch nicht durch die reine Heilsverkündung materialisiert, um nur ein Beispiel zu benennen. Er ist Realität. Im Hinblick auf die Existenz eines Gottes oder des Bösen distanziert sich die katholische Kirche sogar von einem Vernunftbeweis. Sie behauptet schlechthin, dass Gott und das Böse rational gar nicht zu erklären sind. Diese Er-kenntnis passt wiederum zu dem, was wir von der Hirnforschung gelernt haben. Das menschliche Gehirn arbeitet eben nur erkennungsorientiert und nicht erkenntnisrelevant. Ein objektiver Blick auf das Orakel von Delphi relativiert alle weiterführenden Bestrebungen, denn mehr als ein „Erkenne Dich selbst“ gibt das menschliche Gehirn eben nicht her. Betrachten wir den Tarot unter diesem Gesichtspunkt, können wir gut mit ihm arbeiten. Alles andere führt nur ins NICHTS…

Alternativ12 folgt

Erkenne Dich selbst